Über Burschenschaften im Allgemeinen

 

Burschenschaften haben in Deutschland und Europa eine lange Tradition. Sie geht auf die Gründung von studentischen Verbindungen im 19. Jahrhundert zurück. Damals organisierten sich die Stundenten an den wenigen Hochschulen und Universitäten nach dem landsmannschaftlichen Prinzip, was der Herkunfsregion des Stundenten entsprach. Man wollte unter seinesgleichen sein. Dies äußerte sich Anfang 1800 in der Gründung von Corps, die einen formalen Rahmen für das studentische Zusammenleben an der Hochschule bildeten. Übrigends waren zu dieser frühen Zeit alle Stundenten männlich und eben in Landsmannschaften und Corps organisiert.

Aus dieser Zeit stammt auch das oft kritisierte studentische Fechten mit scharfer Waffe. Stundenten mussten damals oft lange Strecken zu Fuß zurücklegen und die Zeiten waren nicht immer sicher. Deshalb gestanden die Landesfürsten den "fahrenden" Scholaren das Tragen einer Waffe zu, um sich drohendem Unbill zu erwehren. Das studentische Fechten wurde dann später immer formaler zur sogenannten Mensur verfeinert.

Aus dem Mangel der Integration aller Stundenten in einer übergreifenden Organisation durch die Corps und Landsmannschaften und dem aufkommenden Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit bzw. Einheit des deutschen Volkes durch Beendigung der Kleinstaaterei wurde Anfang 1815 in Jena die Urburschenschaft gegründet. Der Name Burschenschaft leitet sich übrigends aus der damalig üblichen Bezeichnung der Studenten als "Bursch" ab. Am 18. Oktober 1817 trat diese erstmals im größeren Umfang auf dem Wartburgfest in Erscheinung, welches ein Zeichen des Aufbegehrens gegen die politischen Verhältnisse in Deutschland war. Allerdings zeichnete sich in der unmittelbaren Folge des Festes auch ab, dass wohl die angestrebte Einheit aller deutschen Studenten in einer selbstverwalteten Organisation wie der Burschenschaft nicht möglich sein wird.